Interview: Wir sind hier in der EU und hier sollte
europä­isches Recht gelten

Der Brand des Flüchtlingslagers in Moria auf der griechischen Insel Lesbos hat viele Menschen in Deutschland und der EU daran erinnert, dass die Situation im Mittelmeer weiterhin ein humanitärer Katastrophenfall ist, der immer weiter eskaliert. Vor allem seit dem EU-Türkei Deal und der reduzierten Anzahl an ankommenden Geflüchteten, sehen viele die „Flüchtlingsfrage“ als beantwortet an. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wie dringend und prekär die lokale Versorgungslage ist, erzählt der Arzt Stefan Andrae, der seit ein paar Monaten als Freiwilliger medizinische Primärversorgung für Geflüchtete in einem Camp in Vathy auf der Insel Samos leistet, im Gespräch mit Lasse Lohmann. Während von Seiten der EU von einem „Neustart“ und davon gesprochen wird, dass man den „eigenen Werten gerecht werden“ möchte, erzählt unser Interviewpartner wie unzureichend die Kapazitäten des jetzigen Camps sind.

Stefan Andrae ist Arzt für Geflüchtete auf Samos.
Ein Gespräch über die Arbeit in einer Behelfsklinik vor einem Camp.

Bosnien/Lipa: Zivilgesellschaftliches Bündnis fordert Evakuierung und Aufnahme der Schutzsuchenden, sowie ein sofortiges Ende der Push-Backs

Auf Initiative der Balkanbrücke, Seebrücke und PRO ASYL fordert ein Bündnis aus rund 140 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen die sofortige Evakuierung und Aufnahme der Schutzsuchenden in Bosnien-Herzegowina. Die Bundesregierung darf der humanitären Krise vor den Toren der EU nicht länger tatenlos zusehen.

Noch immer harren ca. 3.000 Menschen auf der Flucht ungeschützt vor dem bosnischen Winter ohne winterfeste Unterbringung aus. Ihnen droht der Kältetod. Die EU hat sich bislang mit Geld für die »Hilfe vor Ort« aus der Verantwortung für die Geflüchteten freizukaufen versucht. Aber in Bosnien wird es keine menschenwürdige Lösung für die Schutzsuchenden geben. Es müssen jetzt schnelle und unbürokratische Evakuierungs- und Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden.

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Voices of resistance

Voices of Resistance is a Video Project that aims to create a platform to give voice to refugees and provoke a critical and fundamental discussion in this society with a central question: Why and how can this society tolerate and accept the cruel treatment of people who are “othered” while living in this society?

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Sozialressort ordnet tägliche Zimmerkontrollen an:
Keine Privatsphäre für Geflüchtete?

Pressemitteilung vom 10.12.2020

Dem Flüchtlingsrat ist zur Kenntnis gelangt, dass das Sozialressort die Träger der Übergangswohnheime per Mail angewiesen hat, die Anwesenheit der Bewohner*innen täglich per Zimmerkontrollen zu überwachen. Diese „Regelung“ ist rechtswidrig, sie ist unzumutbar, sie entbehrt jeder Verhältnismäßigkeit. Der Flüchtlingsrat hat die zuständige Referatsleitung im Sozialressort heute aufgefordert, die unwürdigen und menschenrechtsverletzenden Zimmerkontrollen von Geflüchteten sofort einzustellen.

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Corona: Sozialbehörde hält eigene Standards nicht ein

Pressemitteilung vom 05.11.2020

Im April 2020 betraf mehr als ein Drittel aller Coronainfektionen die Bewohner*innen eines einzigen Gebäudes: der Erstaufnahmestelle in der Lindenstraße. Der Hauptgrund dafür war, dass das Sozialressort sich weigerte, Geflüchteten den gleichen Schutz vor einer Infektion zu ermöglichen wie alle anderen Bewohner*innen Bremens. Diese Diskriminierung hat vor allem den Betroffenen geschadet, aber auch der Bekämpfung der Pandemie.

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Offener Brief an die AWO Bremen von Mitarbeitenden der AWO Bremen am 10.08.2020

Zum Umgang mit Großunterkünften und zur Kritik daran

Wir, AWO-Mitarbeiter*innen aus Bremen, haben in den vergangenen Monaten aufmerksam die Berichterstattungen über die Situation in der EAE (Erstaufnahmeeinrichtung) Lindenstraße in Bremen Nord und die darauf bezogenen Stellungnahmen von unterschiedlichen Akteur*innen verfolgt. Da die AWO den Betreuungsauftrag für die Erstaufnahme innehat, möchten wir uns gerne in unserer Rolle als AWO-Mitarbeiter*innen positionieren. Wir beziehen uns dabei auf den veröffentlichten Faktencheck der AWO Bremen (auf deren Webseite) und dem Grundsatzprogramm der AWO Bundesverband.

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