Arbeit

Der Zugang zu Ausbildung und Arbeit ist für Menschen im Asylverfahren und Menschen mit Duldung in verschiedenen gesetzlichen Grundlagen geregelt und enthält viele Einschränkungen. Diese Einschränkungen betreffen zwei Bereiche: zum einen sind Menschen mit prekärem Aufenthaltsstatus je nach Aufenthaltsdauer einem Zulassungsverfahren zum Arbeitsmarkt unterworfen und zum anderen werden sozialrechtliche Förderinstrumente (z.B. Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz- kurz BaföG) vom Aufenthaltsstatus abhängig gemacht. Zusammen mit der unzureichenden Möglichkeiten die deutsche Sprache zu erlernen, bedeutet dies große Hürden eine (qualifizierte) Arbeit in Deutschland zu finden.

Ein umfangreiches Beratungsangebot bietet das Bremer und Bremerhavener Integrationsnetz (BIN).

Ausbildung

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit eine schulische oder duale Ausbildung während der Zeit des Asylverfahrens oder mit einer Duldung aufzunehmen. Gemäß § 32 Abs.2 Beschäftigungsverordnung braucht es zwar keine formale Erlaubnis zur Aufnahme einer Berufsausbildung, aber das Arbeitsverhältnis muss in der Gestattung oder Duldung durch die Ausländerbehörde eingetragen sein. Über das Verfahren informiert sie das BIN. Detaillierte Hinweise von der GGUA: Duldung für die Ausbildung (Stand: Juli 2016)

Arbeit

Der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt ist in der Beschäftigungsverordnung geregelt und richtet sich nach dem Aufenthaltsstatus. Flüchtlinge mit dem Aufenthaltspapier „Aufenthaltsgestattung“ und mit einer „Duldung“ dürfen während der ersten 3 Monate ihres Aufenthaltes nicht arbeiten.
Nach dieser Zeit ist die Aufnahme einer unselbstständigen Arbeit oder sogenannte „Leiharbeit“ (BeschV § 32 Abs. 3) möglich, muss aber durch die Agentur für Arbeit erlaubt werden. Bis zum 48. Monat werden dort die Arbeitsbedingungen geprüft, die sogenannte „Vorrangprüfung“ durch die Ausländerbehörden ist allerdings bis 2019 ausgesetzt. Für Menschen, die sich in der „Duldung“ befinden, können durch die Ausländerbehörde auch dauerhafte Arbeitsverbote erteilt werden. Asylsuchende aus sog. sicheren Herkunftsländern, die nach dem 31.8.2015 Asyl in Deutschland beantragt haben, dürfen während des Asylverfahrens keine Beschäftigung aufnehmen (§61 Abs.2 AsylG).
Eine Arbeitshilfe mit Stand 2017 zum Zugang zum Arbeitsmarkt findet sich ebenfalls bei der GGUA.

Übrigens: Auch für Praktika oder Hospitanzen sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen.

Beachten Sie, dass diese Hinweise keine Beratung ersetzen. Ein umfangreiches Beratungsangebot bietet das Bremer und Bremerhavener Integrationsnetz (BIN).
Flüchtlingsräte fordern: Aufenthaltserlaubnis statt Ausbildungsduldung