120 Corona-Infizierte in der Lindenstraße – Die Sozialsenatorin hat diese Situation durch Unterlassung herbeigeführt

Pressemitteilung vom 23.04.2020

Die soeben veröffentlichte PM der Sozialsenatorin ist ein einziger Versuch, von der erschreckenden Tatsache abzulenken, dass mittlerweile 120 Personen in der Lindenstraße als Folge der Politik der Senatorin positiv auf Corona getestet wurden. Das entspricht einer Infektionsrate von mindestens 32% unter den Bewohner*innen – also um ein Vielfaches höher als im Rest von Bremen (0,001%) .

Die Zahlen sind extrem schockierend, aber sie verwundern nicht – denn sie waren absehbar: Das starre, rücksichtslose Festhalten der Senatorin an der Massenunterkunft hat zu dieser Gefährdung der Gesundheit Hunderter von Menschen geführt.

„Wochenlang hat die Senatorin die von ihr zu verantwortende Situation in der Lindenstraße verleugnet, schön geredet und bagatellisiert. Ganz so, als wäre die Ausgrenzung von anfangs über 600 Menschen aus den überall geltenden und vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen ganz ‚normal‘,“ so Nazanin Ghafouri vom Flüchtlingsrat. „Das war es nicht – es war nicht hinnehmbar. Es war von Beginn an Diskriminierung, Schlechterstellung, Ausgrenzung.“

Jetzt ist eingetreten und nachgewiesen, dass damit die Gesundheit dieser Menschen in rücksichtsloser und verantwortungsloser Weise aufs Spiel gesetzt wurde.

„Die Senatorin hat über viele Wochen hinweg die Anliegen der Betroffenen ignoriert und nicht ernst genommen, stattdessen hat sie gegen die Bewohner*innen und über deren Köpfe hinweg deren Gesundheit riskiert“, beschreibt Holger Dieckmann vom Flüchtlingsrat die Situation.

Nun versucht die Senatorin der Öffentlichkeit auch die hohe Zahl von 120 Infizierten bei 374 verbliebenen Bewohner*innen als Normalität und als ihre besondere Aufklärungsleistung zu verkaufen.

„Nein, Frau Senatorin, das ist keine von Ihnen generös aufgehellte Dunkelziffer – das ist der Stahmann- Anstieg der Kurve!“, so Dieckmann.

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