Diskussion um Altersfeststellung

Kaum hat das Jahr begonnen, ereilen uns neue Vorschläge der CSU, die sich gegen das „Menschenwohl“ (Präsident der Ärztekammer“) richten anstatt konstruktive Vorschläge zur Teilhabe und Integration junger Geflüchteter zu machen.

Das Alter unbegleiteter Minderjähriger solle zukünftig medizinisch, etwa durch Röntgen, festgestellt werden, heisst es. Diese Debatte wurde bereits 2016 und lange davor geführt und eindeutig festgestellt, dass das Alter auf der Basis medizinischer Untersuchungen nicht exakt definiert werden kann. Der Bundesverband unbegleiteter Flüchtlinge (B-umf) hat dazu eine umfassende Darstellung zusammengestellt: http://www.b-umf.de/de/themen/altersfestsetzung

So wundert es nicht, dass die Bundesärzteschaft neuerliche Versuche, dieses Verfahren und die Debatte in Gang zu bringen eindeutig kommentiert:

„Ich bin mit vielen Kollegen gemeinsam der Meinung, dass man das Alter nicht feststellen kann. Man kann es nur grob schätzen“, so der Jugendmediziner Nowotny, der nach eigenen Worten regelmäßig junge Asylbewerber ärztlich betreut, im ZDF. Auch mittels Röntgen sei ein Alter nicht konkret zu bestimmen. Gerade in dem betreffenden Alterszeitraum, 16 bis 20 Jahre, gebe es eine große Abweichung. Das sogenannte Knochenalter könne vom tatsächlichen Alter eines Menschen mehr als zwei Jahre abweichen, so Nowotny.

Mehr dazu hier: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/alterstests-bei-asylbewerbern-100.html

Viel wichtiger ist es nach wie vor, junge Geflüchtete adäquat und bedarfsgerecht zu betreuen und unterzubringen; Schulbesuche zu gewährleisten und Teilhabe zu ermöglichen.