ZAst schließen – Perspektiven eröffnen

„Nach den Hausregeln sind wir gezwungen, Kleinkinder um 7 Uhr früh zu wecken, um Essen für sie zu erhalten“, beklagt eine Mutter diesen Zustand. “Sonst gibt es nichts.” Die Kantine hat vormittags nur von 7 Uhr 30 – 8 Uhr 30 geöffnet.
„Jeden Morgen und Abend gibt es Toastbrot mit Salami. Das Essen macht uns krank“ erklärt Max (17) aus Gambia.
Eine Bremer Hebamme, die in der ZAst junge Mütter oder schwangere Frauen versorgt, stellt fest: “Ich war erschrocken über die hygienische Situation.”
Immer wieder erreichen uns Kritik und Beschwerden der Bewohner*innen der ZAst (Zentrale Erstaufnahmestelle) in Habenhausen über die dortige Situation. Wenn Sie mit der „Heimleitung“ darüber sprechen wird ihnen entgegnet: „Da können wir nichts machen.“ Das wollen wir ändern. Wir, das ist neben dem Flüchtlingsrat auch das Antiraplenum, eine Initiative verschiedener Einzelpersonen und Gruppen, u.a. von Geflüchteten, dem Medinetz und der Flüchtlingsinitiative Bremen.

Wir sind aber der Überzeugung, dass Hygiene und Essen in der Zast mangelhaft sind und dies die gesundheitliche Situation der Menschen massiv beeinträchtigt. Beim Essen fehlt es u.a. an flexiblen Öffnungszeiten der Kantine und an einer abwechslungsreichen täglichen Speisen- und Getränkeauswahl unter Berücksichtigung von individuellen Bedürfnissen (Kindesalter, Allergien,
Schwangerschaften, Kultur- und Religionssensibilität).  Das Essensqualität muss zwingend überprüft werden.
Auch ist trotz der 50%igen Steigerung der Zahl der Bewohner*innenzahl die ärztliche Sprechstunde in der ZAST nicht entsprechend ausgebaut worden.
Wir fordern daher, menschenwürdige Mindeststandards für Hygiene, Gesundheit und Ernährung einzuhalten und die ZAst in dieser Form zu schließen!

Zudem wird in Bremen seit Jahren der Rechtsanspruch von Geflüchteten auf Asylverfahrensberatung unterlaufen. Die Asylsuchenden gehen ohne jegliche Rechtsberatung in ihr Asylverfahren. Dadurch wird die Anerkennungsquote der Asylanträge künstlich verringert und ein faires Verfahren verunmöglicht. “Nur etwa 1/20 des tatsächlichen Bedarfs sind gedeckt” schildert Anna Schröder von der Flüchtlingsinitiative Bremen.
Wir fordern eine sofortige Bereitstellung einer bedarfsdeckenden, gesetzlich vorgeschriebenen, unabhängigen Asylrechtsberatung!
Nicht die Menschen müssen sich den Angeboten, sondern die Angebote müssen sich den Menschen anpassen.
Bremer Politik, Behörden und Wohlfahrtsverbände sind aufgefordert, diese Angebote umgehend zu schaffen.

Presse: http://www.taz.de/!5059393/

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